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Ansprache Kulturamtsleiter Dr. Küppers zur Vernissage vom 08.01.1995

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"Strukturlandschaften" Ist der Titel der Ausstellung von Friedhelm O. Brand, die ich heute mit einigen kurzen Worten eröffnen möchte.

Kurz zur Person von Friedhelm O Brand: Er wurde am 15.06.1952 in Ratzeburg geboren,
ging hier ln Mülheim zur Schule und erhielt dann eine Ausbildung als Gas- und Wasserinstallateur.
Seit 1970 ist er Kunstmaler, und zwar hat er sich seine Kunst als Autodidakt beigebracht. Während in den ersten Jahren reine Bleistiftzeichnungen entstanden, kam später als farbige Ergänzung Buntstifte, Stift/filze, Oelfarbe, Lackfarbe hinzu.

Große Teile seiner Zeichnungen werden durch wiederholtes Drehen und Wenden, die sogenannte Wendetechnik, des Blattes erstellt.
Friedhelm Brand ist den Mülheimern natürlich bekannt, er nimmt regelmäßig an den Jahresausstellungen der Mülheimer Künstler teil und er ist auch Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Mülheimer Künstler sowie Mitglied der Jury für die Jahresausstellung.
Friedhelm Brand arbeitet seit ca. 3 Jahren hier im Atelier im Schloß Styrum, d. h. in diesem Raum, in dem wir uns jetzt befinden erst seit kurzem, vorher hatte er ein Atelier quer über den Flur hinüber.

Die Ausstellung, die wir sehen, ist Ja nicht nur beschränkt auf das Schloß Styrum hier, sondern sie ist auch zu sehen mit anderen Teilbereichen in der Feldmann-Villa, d. h. sie versucht, ein wenig den Stadtteil Styrum zu umgreifen, den Stadtteil, in dem er arbeitet und für den er sich mit dieser Ausstellung auch wiederum geöffnet hat, um die Ergebnisse seiner Arbeit, seiner Weiterentwicklung zu präsentieren.

Strukturlandschaften ist ein Fantasiewort und damit auch wegweisend für die Betrachtung seiner Bilder. Die Muster, die sich finden, entspringen der Fantasie von Friedhelm Brand, erzählen von Seine Bilder sind nicht hingeworfen, sondern entstanden unter höchster Konzentration; "konzentrierte Intuition", hat er einmal gesagt, liege seinen Bildern zugrunde.
Konzentrierte Intuition bedeutet auch konzentrierte Arbeitsakte, denn bis zu 3oo Stunden werde aufgebracht, bis eines dieser Bilder das harmonische Grundmuster aufweist, welches sie auszeichnet.

Grundmuster, die seiner Meinung nach der Natur und deren Muster nachempfunden sind. Die Natur auf ihre letzte Ordnung hin reduziert, ohne naturalistisch zu sein, dies sind die Momente, die ich in Friedhelm Brand mikrokosmischen Bildern finde.

Diese Grundmuster bleiben dem oberflächlichen Betrachter verborgen, wenn er den die Konzentration aufbringt, die den Produktionsprozeß bereits auszeichnete. Erst dann werden Verknüpfungen, Muster, Ordnungsprinzipe sichtbar und die bildliche Harmonie zu den, was auch die Kunst für Friedhelm Brand ist, zur Meditation.

Alles in der Natur hat eine Struktur. Vieles in der Natur ist auf Maserung aufgebaut. Diese Erkenntnis von Brand findet sich in seinen Bildern wieder. Als Erkenntnis muß ich aber auch wieder
finden, daß wie in der Natur man, um etwas zu erkennen, an das Objekt sehr oft dicht herantreten muß, damit die Individuelle, Struktur und damit seine Einmaligkeit erkannt werden kann, Strukturen vermitteln jenseits des Abbildes, jenseits des platten Vorderbildes, jenseits des ersten Scheins, das ist, wie ich meine, die Absicht, die Friedhelm Brand in seine Bilder legt.
Die feingliedrigen Zellsysteme folgen in seinen Bildern einer Gesetzmäßigkeit, indem sie Zentrierungen, richtungsgebundene Strömungen, Progression und Inselbildungen zulassen, sie aber gleichzeitig nicht aus dem Gesamtzusammenhang entlässt. Wie in der Natur scheint zunächst einmal die zufällige Vereinzelung der Dinge Objekte vorzuherrschen, Jedoch ist auch hier wie ln der Bildern Friedhelm Brands der Gesatzusammenhang natürlich niemals aus den Augen gelassen worden.

Inaitten dieser Muster, die sich miteinander verbinden, tauchen zunehmend Zeichen, Gestalten und Figuren auf, tauchen auf und tauchen unter, reflektieren den Slnnzusanienhang, der durch die grafischen Formen bereits aufgewiesen wird, auf eine anderen Ebene, bis diese Zeichen und Figuren selbst wie die Farbe auch zu Mustern werden und sich verbinden und damit wiederum auf eine neue Art und Heise den Gesamtzusammenhang des Organischen und Nicht- organischen, den GesamtZusammenhang der sinnlichen und rationalen Welt, des Lebendigen und Toten, des Kopfes und des Bauches thema¬tisieren.
Die Bilder Frledhelm Brands haben keine direkte Botschaft, sie sind nicht eindeutig lnterpretierbar, sie sind Möglichkeiten von Erkenntnis, Niemalas Erkenntnis, sie sind genau das, was der Betrachter in ihnen findet, subjektive Impulse ohne objektive Wahrheit, genau das macht das Wesen von Kunst und das Besondere der Bilder von Friedheia Brand aus.
Vielen Dank!



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