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Referenzen

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Brigitte Scholz ist Kunsterzieherin im
Mülheimer Gymnasium Luisen Schule

Der Künstler
Friedhelm 0. Brandt

Im August 1994 hatte ich Gelegenheit, mit einer Schülergruppe Herrn Brandt in seinem Atelier im Schloß Styrum zu besuchen.
Beim Betreten des Atelierraumes schienen uns aus einigen Bildern Funken entgegenzusprüchen.
Unsere Blicke wurden nach und nach tiefer in die einzelnen Zeichnungen hineingezogen.

Waren wir wirklich nur die Betrachter oder fühlten wir uns selbst von einen unsichtbaren Auge in diesen vielen, teils farbigen Zeichnungen beobachtet?
Eine Fülle von gerahmten, überwiegend kleinformatigen Arbeiten hing an allen vier Wänden und konkurrierten miteinander. Minutiös aufgetragene kleine Punkte, in bunten kontrastierenden Farbtönen übereinandergesetzt, führen ein scheinbar chaotisches aber wohl doch nach kosmischen Gesetzen geregeltes Eigenleben.

Die Unbestimmtheit der teils fließenden, teils sprudelnden Strukturelemente ließe uns vielleicht noch unberührt, wenn sie nicht zugleich in solcher Dichte und Variations­breite aufträten, daß der Betrachter glaubt, durch ein Mikroskop zu schauen. Oder zeigt der Künstler uns eine Welt von Gestirnen, die ihre eigene Existenz führen, von uns Menschen unberührt, hier nur von einer intuitiv ge­lenkten Hand sichtbar gemacht?

An anderer Stelle entdecken wir auch wieder gegenständli­che Motive, die mit feinen, sparsamsten Linien umrissen sind, in die Strukturen eingewoben oder aus ihnen heraus­wachsend . Eine zeichenhafte Symbolsprache vermuten wir dahinter, aber sie bleibt so unaufdringlich, daß uns der Witz und die sachte Komik dieser skurrilen Kombinationen zum Glück erhalten bleiben.
Mit Recht behauptet eine Schülerin aus der Gruppe der Betrachtenden: "Das ist eine ganz andere, neue Kunst, die ich noch nie gesehen habe."

Der Künstler F.O.Brandt ist Autodidakt. Er ist alle Jahre seines Schaffens, seit 1971, von kunsttheoretischen oder stilistischen Einflüssen unabhängig geblieben. Die Zahl seiner Arbeiten ist auf über tausend angewachsen.
Er selbst nennt sich grafischer Maler und führt seine künstlerische Entwicklung letztlich bis in seine Kindheit zurück. In jedes Schulheft zeichnete er seine Linien­netze in Konkurrenz zu den sonst üblichen Comicfiguren seiner Mitschüler. Bei den Lehrern hat ihm dies sicher weniger Erfolg beschert. Ich vermute, daß diese Art zu zeichnen Ausdruck seiner Gedanken und seines Innenlebens waren und bis heute sein Medium, seine Sprache ist.



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