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Der Islam - Nährboden für Terrorismus und Extremismus?



[1]
Anmerkung: 
Imamist ein arabischer Begriff mit sehr unterschiedlichen Bedeutungen. Imhat er die Bedeutung von "Vorsteher, Vorbild, Richtschnur, Anführer". In der klassisch islamischen Staatstheorie bezeichnet er das religiös-politische Oberhaupt der in Nachfolge des Propheten. Darüber hinaus wird er als Ehrentitel für einen hervorragenden Muslim verwendet. Schließlich wird auch der Vorbeter beim Imam genannt.[2]
Ein Hodscha ist ein islamischer Religionsgelehrter.
[1]Dr. Thomas Tartsch, Das klassische islamische Krieg-,Fremden-und Völkerrecht als Legitimationsgrundlage des gewaltsamen Dschihadismus, S.6, (Diskussionspapier)
[2]http://de.wikipedia.org/wiki/Imam
Dschihad LehrenDie Gleichsetzung des Begriffes Dschihad mit „Heiliger Krieg" ist eine Prägung der europäischen Neuzeit. Im Kontext des Schariatischen Rechtes und des Korans bedeutet das Wort Dschihad die äußerste Anstrengung auf dem Weg Allahs, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, welches auch in gewaltsamer Weise zu verstehen ist.[1]
Der Dschihad ist damit der bewaffnete Kampf gegen die Ungläubigen, mit dem Ziel des Erstarkens des Islams zur einzigen und wahren Religion, der Konvertierung aller Ungläubigen und der Errichtung einer nach der Scharia lebenden Gesellschaftsordnung im Sinne der Errichtung einer globalen islamischen Gemeinschaft. Im Koran findet man die Unterteilung in den kleinen Dschihad (Dschihad des Schwertes) und großen Dschihad, wobei letzterer friedvollere Formen umfasst. Die Pflicht zur Erfüllung des Dschihads kann durch jeden Muslim durch das Herz, die Zunge, die Hände, aber auch das Schwert erfüllt werden.[2]

Die rechtlichen Regelungen des Dschihads sind Teil der Siyar, das das islamische Kriegs- und Völkerrecht enthält. Die Siyar, als Teil der Scharia, regelt dementsprechend auch das Fremdenrecht. Da die Muslime davon überzeugt sind, dass die Scharia ausnahmslos göttlichen Ursprungs ist, ist es eine von Gott auferlegte Pflicht für jeden Muslim, am Dschihad teilzunehmen. Die Pflicht des einen kann dadurch erfüllt werden, dass ein anderer sie übernimmt. Muslime in der westlichen Gesellschaft, aber auch die hier ansässigen Islamwissenschaftler reduzieren den Begriff Dschihad auf einen geistigen Kampf gegen eigene Schwächen oder eigene schlechte Eigenschaften, was mit der historischen Entstehung nicht im Einklang steht.
Mit Blick auf das für alle Muslime beispielhafte gottgefällige Leben ihres Propheten Mohammed komme ich nicht umhin zu erwähnen, dass dieser von 622 bis 632, einem Zeitraum von nur 10 Jahren, 27 Kriegszüge selber anführte und weitere 47 Beute- und Eroberungszüge durchführen ließ.
Im Koran kommt dschhahada in diversen Verbformen und dem daraus abgeleiteten Substantiv Dschihad fünfunddreißig Mal vor, und zwar neunundzwanzig Mal in der Bedeutung „Dschihad auf dem Weg Gottes" - gemeint ist mit der Waffe in der Hand - und zweimal als reine „Bemühung, Anstrengung", um sich bösen Gelüsten oder Verführungen entgegenzustemmen, was als der größere Dschihad gilt.[3] In islamischen Rechtsbüchern meint die Begrifflichkeit Dschihad, wie im Koran, den bewaffneten Kampf gegen die Ungläubigen, was mit Blick auf die Lebensumstände des Propheten Mohammed auch nicht weiter verwundert.
Der Dschihad ist nicht als einzelner Krieg für eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Ort zu verstehen. In den Augen muslimischer Rechtsgelehrter und einer Mehrheit unter den Islamwissenschaftlern ist der Dschihad kein einzelner, zeitlich limitierter Krieg für ein Ziel, sondern ein universeller und permanenter Krieg, der auf einer religiösen Weltsicht beruht[4].
Die Phrasen der heutigen Orientalisten und Islambefürworter, genauso wie die der Sprachorgane der in Europa ansässigen muslimischen Dachverbände, „der gewaltsame Dschihadismus habe nichts mit dem Islam" zu tun, können mit Blick auf den Koran die Hadith, die Scharia und das beispielhafte Leben des Propheten Mohammed nur eine Schutzbehauptung sein. Die Motivation solcher haltloser Statements erfolgen auf der einen Seite, um den inneren Frieden irgendwie aufrechtzuerhalten, bis man eine Lösung für das Problem gefunden hat und andererseits vor dem Hintergrund der muslimischen Interessenlage, ungestört durch die Vergrößerung der Zahl ihrer Gläubigen die Verbreitung ihrer religiös ausgerichteten Gesellschaftstheorien voranzutreiben.
Und hier kann man auch als Laie sehen, dass die Begrifflichkeit des kleinen Dschihads (dem bewaffneten Kampf) nicht zu begrenzen ist, auf den Kampf mit der Waffe. Die Erscheinungsformen haben sich im
Laufe der Geschichte den gesellschaftlichen Erfordernissen angepasst. Gewalt wird dann nicht angewendet, wenn man zum einen in einem Kampf unterliegen würde oder aber andere gleichwertige Alternativen zur Verfügung stehen, sei es andere von seinem Glauben zu überzeugen oder das Niederlassen in anderen Gesellschaftsordnungen.
Steinmetz[5] führt in seiner Dissertation aus dem Jahre 2010 zutreffend aus:
„So muss Gewalt nicht zwingend ein Mittel des Dschihad sein, da Missionierung und Migration gleichwertige Alternativen darstellen. Somit sind 1000 Jahre Dschihad-Expansion keinesfalls als konstanter militärischer Feldzug zu verstehen, sondern als vielschichtiger und teilweise gewaltfreier Prozess."
Wer von unseren Politikern und Sicherheitsexperten keine Ahnung hat oder wissentlich die Augen vor der Wahrheit verschließt, sollte aus Loyalität zur Demokratie und zu seinem Land lieber gar nichts sagen, als zu verkünden, der Islam, die Religion, habe nichts mit gewaltsamem Dschihad zu tun. Wenn man schon den Islam in verschiedene Begrifflichkeiten zerteilt, dann sollte man wenigstens seiner eigenen Linie treu bleiben und sagen, dass es den Islam als eine Religion nicht gibt, sondern im Laufe der Geschichte sich verschiedene Konfessionen durch unterschiedliche Interpretation (zumindest) der ranghöchsten Glaubensquelle - dem Koran - entwickelt haben. Strenggläubige, konservative, den Fortschritt ablehnende Muslime legen den Koran und die anderen Quellen des Glaubens mit Blick auf das beispielhafte Leben ihres Propheten
Mohammed wörtlich aus und legitimieren den Einsatz von Gewalt mit der göttlichen Zielsetzung der Errichtung einer globalen muslimischen Gemeinde nach dem Vorbild der Altvorderen. Jede Konfession des Islams ist dabei überzeugt, den „wahren Islam" zu verkörpern und zu leben und sieht die andere als Abtrünnige vom islamischen Glauben.
Die „Islamic Society of Britain" erklärt in ihrer Veröffentlichung „Terrorismus und Islam - Die Mythen widerlegen" auf die Frage:
Kann Jihad auch eine bewaffnete Auseinandersetzung sein?
Ja. Weil Jihad alle Formen des Strebens für das Wohl der Welt meint, erkennt der Islam an, dass Gerechtigkeit manchmal auch eine körperliche oder sogar bewaffnete Auseinandersetzung braucht, wenn dies absolut notwendig ist. Anders als weitläufig angenommen, ist Kampf nicht die Regel des Jihads, sondern dessen Ausnahme. Dreizehn lange Jahre hat der Prophet (saws) Jihad geführt, ohne dabei auch nur einmal körperlich zu kämpfen. Später, als Zivilisten von Armeen angegriffen und ausgeplündert wurden, gab es für die muslimische Gemeinschaft keine andere Möglichkeit mehr, als sich körperlich zu verteidigen[6].
Ich hatte bereits ausgeführt, dass Mohammed 27 Feldzüge als Anführer leitete. Die Aussage, er habe körperlich nicht gekämpft (was zu bezweifeln ist), spricht weder ihn noch die Staatsoberhäupter und Diktatoren anderer Länder für das Abschlachten von abertausenden von Menschen im Namen des Islams als begangenes Unrecht frei. Die in den vergangenen 1400 Jahren begangenen Morde an 270 Millionen Menschen, die als Ungläubige minderwertig und Menschen zweiter Klasse sind, wird durch den göttlichen Auftrag nach islamischer Auffassung nicht als Unrecht angesehen. Nein für diese Taten erhält man den Einzug ins Paradies.
Es zeugt nicht von einem wachen Geist, wenn man sich in die Begrifflichkeit des Verteidigungskrieges flüchtet und begründet, dass Zivilisten von Armeen angegriffen wurden und nun keine andere Wahl bestand, als zu kämpfen. Die Geschichte bezeugt nicht, dass Persien die arabische Halbinsel angriff, noch dass die Türken versuchten, Teile Arabiens zu erobern. Mohammed und die ersten rechtgeleiteten Kalifen ließen diese Kriege führen, um die islamisch, religiös dominierte Herrschaft auf der ganzen Welt zu verbreiten. 1400 Jahre später von einem Verteidigungsfeldzug zu sprechen ist wenig zielführend.
Der Dschihad ist für Scharia treue Muslime „ein Kennzeichen edler muslimischer Frömmigkeit, die mit dem Glauben an Allah und das Prophetentum Mohammeds vergleichbar ist"[7].
Diese Raub- und Eroberungszüge wurden und werden heute von islamischen Theologen im Rahmen des Dschihads gerechtfertigt und als Öffnungen bezeichnet, weil die unterworfenen Gebiete für die „wahre Rechtleitung" geöffnet wurden.[8] Ich möchte darauf hinweisen, dass die Regelung zur Ausführung des gewaltsamen Dschihads von verschiedenen Rechtsgelehrten der größten anerkannten islamischen Rechtsschulen entwickelt wurde.
Suren im Koran, an denen zur Gewalt aufgerufen wird
Sure 2, 216: „Euch ist vorgeschrieben, (gegen die Ungläubigen) zukämpfen, obwohl es euch zuwider ist. Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und vielleicht liebt ihr etwas,während es schlecht für euch ist. Allah weiß Bescheid, ihr aber nicht.
"Sure 8, 39: „Und kämpft gegen sie, bis niemand (mehr) versucht,(Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch Allah verehrt wird! Wenn sie jedoch (mit ihrem gottlosen Treiben) aufhören(und sich bekehren), so durchschaut Allah wohl, was sie tun.
"Sue 61, 9: „Er ist es, der seinen Gesandten mit der Rechtleitung und der wahren Religion geschickt hat, um ihr zum Sieg zu verhelfen über alles, was es (sonst) an Religion gibt - auch wenn es den Heiden-zuwider ist.
"Sure 61, 4: „Allah liebt diejenigen, die um seinetwillen in Reih und Glied kämpfen (und) fest (stehen) wie eine Mauer.
"Der Bekämpfungsvers in Koran Sure 9, 29: „Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und nicht an den Jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Allah und Sein Gesandter verboten haben, und nicht die Religion der Wahrheit befolgen - von denjenigen, denen die Schrift gegeben wurde -, bis sieden Tribut aus der Hand entrichten und gefügig sind!
"Der Tötungsvers im Koran Sure 9, 5: „Wenn nun die Schutzmonate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf! Wenn sie aber bereuen, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, dann lässt sie ihres Weges ziehen! Gewiss, Allah ist Allvergebend und Bar

[1] Dr. Thomas Tartsch, Syyar,Das klassiche islamische Krieg-,Fremden-und Völkerrecht als Legitimationsgrundlage des gewaltsamen Dschihadismus, S.7 (Diskussionspapier)
[2] Peter Heine, Terror im Namen Allahs. Extremistische Kräfte im Islam, Herder Verlag 2001, S. 20
[3] Spuler Stegemann, Usula, Die 101 wichtigsten Fragen Islam, C.H.Beck Verlag München 2007, S. 125
[4] Bassam Tibi ,War and Peace in Islam, 1996, S. 153
[5] Thomas Steinmetz, Globaler Kleinkrieg, Frankfurt / Main, Uni Diss aus 2010
[6] http://www.way-to-allah.com/ dokument/T errorismus_und_Islam.pdf
[7] Christine Schirrmacher, Islam und Christlicher Glaube, 2006, S.133
[8] Steinmetz Thomas, Globaler Kleinkrieg, Frankfurt a.M., Uni-Dissertation 2010, Seite 106
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