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Verursacht oder mindert Cannabis Angstzustände?



Cannabinoiden eindeutig angstlösende Effekte zugeschrieben wurden, scheinen andere Angst zu verschlimmern oder sogar Angst-/Panikattacken auszulösen.
ANGST VERSTEHEN



PTBS, Depression und mehr, viel Aufmerksamkeit bekommen. Manche Patienten behaupten auch, dass Cannabis ihnen hilft, Symptome von Angst oder Angstattacken zu mindern.

Obwohl die Wissenschaft hinter diesen Behauptungen nicht immer eindeutig ist, scheinen manche Cannabinoide wie CBD eine einzigartige angstlösende Wirkung zu haben.
2015 begutachteten Forscher der New York University School of Medicine und Universidad Miguel Hernández and Consejo Superior de Investigaciones Científicas (Alicante, Spanien) den Forschungsstand über die Rolle von CBD als eine mögliche Behandlung für Angststörungen.
Die wissenschaftliche Arbeit untersuchte die Ergebnisse einer Vielzahl von Tests, mit denen erforscht wurde, inwiefern CBD bei der Verringerung von allgemeiner und durch Stress hervorgerufener Angst, zwanghaften Verhaltensweisen und vielen anderen mit Angst verbundenen Verhalten und Symptomen wirkt.
Die Arbeit beinhaltete über 30 Studien an Labortieren wie Ratten und Mäusen, wie auch über 15 experimentelle und klinische Studien an Menschen. Die Autoren der Studie schlussfolgerten, dass beide Forschungsbereiche die Behauptung, dass CBD zur Verringerung von Angst beiträgt, eindeutig unterstützen.
Beim Menschen scheinen orale Dosen, die von 300 bis 600mg reichen, experimentell hervorgerufene Angst zu verringern. Einige dieser Studien deuten zudem an, dass CBD dabei helfen könnte, die Angstlösung zu verstärken, was bei der Behandlung von PTBS helfen könnte. Es verstärkt zudem die Wirkung einer kognitiven Verhaltenstherapie (KVT).
Es gibt allerdings ebenso zahlreiche Belege, die zeigen, dass Cannabis auch Angst auslösen kann. Die Forschung deutet an, dass THC Angst verursachen oder unter Patienten verschlimmern kann, wenn es in hohen Dosen verabreicht wird. Schließlich ist es nicht unüblich, dass sich manche Menschen ängstlich oder paranoid fühlen, nachdem sie Cannabis freizeitlich konsumiert haben.
Eine Studie aus dem Jahr 2017, die in Scientific Reports veröffentlicht wurde, untersuchte die Beziehung zwischen THC und Angst. Die Studie nutzte funktionelle MRT-Scans und Positronen-Emissions-Tomographie, um die Wirkung von THC auf das menschliche Gehirn zu prüfen, während es angstauslösende Reize verarbeitet.
Die Studie konzentrierte sich auf 14 männliche Teilnehmer, die diese Scans durchliefen, nachdem sie entweder eine orale Dosis THC oder ein Placebo genommen hatten und eine angsteinflößende Aufgabe absolvierten. Die Forscher bemerkten, dass THC im Gegensatz zu den Placebos, die CB1-Rezeptoren in der Amygdala anvisierte. Dies ist ein Teil des Gehirns, der eine Schlüsselrolle bei der Verarbeitung von Emotionen wie Angst spielt. Die Forscher schlossen daraus, dass THC die Angstgefühle unter manchen Patienten verstärken kann, indem es die CB1-Rezeptoren in der Amygdala überreizt.
Andere Studien haben ebenfalls eine eher langfristige Korrelation zwischen Cannabiskonsum und Angst festgestellt. Eine Studieaus dem Jahr 2017 von Forschern der Indiana and Purdue University, Indiana, behandelte zum Beispiel die potentiell angstauslösenden Effekte von THC-reichem Cannabis.
Die Studie untersuchte sowohl die akute als auch die langfristige verhaltensbezogene Wirkung von THC auf erwachsene und heranwachsende Mäuse. Den Mäusen wurden sechs Injektionen mit 10mg pro Kilogramm Körpergewicht gegeben. Akutes ängstliches Verhalten wurde bei allen Testmäusen beobachtet, genauso wie längerfristige Veränderungen im Verhalten (die bei den heranwachsenden Mäusen ausgeprägter waren).
CANNABIS UND ANGST: DAS ENDGÜLTIGE URTEIL




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Leider ist es schwer, zu konkreten Schlussfolgerungen über Cannabis zu kommen und darüber, ob es Angst auslösen, verringern oder verschlimmern kann.

Bisher ist die Forschung über CBD ziemlich eindeutig und legt nahe, dass die Verbindung wirkstarke angstlösende Effekte hat, die für Patienten von Nutzen sein können, die nicht gut auf normale Therapien/Medikationen ansprechen oder sich über die Nebenwirkungen von Medikamenten wie Valium, Xanax etc. Sorgen machen.
Das Urteil über THC ist jedoch weniger eindeutig. Manchen kann THC helfen, Entspannung hervorzurufen und Stress/Sorgen abzubauen, wohingegen es bei anderen Paranoia auslösen kann.
Es ist wichtig, zu realisieren, dass Cannabis nicht nur auf jeden unterschiedlich wirkt, sondern dass es auch bei ein und demselben Menschen verschiedene Reaktionen bewirken kann. Dies kommt auf winzige neurochemische Abweichungen an, genauso wie auf die unterschiedlichen Cannabinoid-/Terpenkonzentration der verschiedenen Cannabissorten.
Wenn es um das Verständnis der Beziehung von Cannabis und Angst geht, hat es den Anschein, dass die jüngste Forschung gerade einmal angefangen hat, an der Oberfläche zu kratzen. Mehr klinische Versuche sind nötig, um uns dabei zu helfen, zu eindeutigeren Schlussfolgerungen über die Rolle von Cannabis hinsichtlich der Behandlung und/oder Verursachung von Angst zu kommen.
Hinweis: Wir haben die allergrößte Sorgfalt und Vorsicht walten lassen, während wir diese Artikel geschrieben haben. Beachte bitte gleichwohl die Tatsache, dass wir in keinster Weise Ärzte sind. Cannabis.info ist grundsätzlich eine Nachrichten- und Informations-Webseite. Dieser Inhalt zielt nicht darauf ab, ein Ersatz für professionellen medizinischen Rat, eine Diagnose oder Behandlung zu sein.
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