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Wie Cannabis den Schlaf und die Fähigkeit zu Träumen beeinflusstCannabis-Konsumenten berichten oft, dass Gras ihre Fähigkeit zu träumen beeinflusst und manche Studien legen nahe, dass regelmäßiger Cannabis-Konsum die menschliche Fähigkeit zu träumen komplett einschränkt. Was aber sagen Experten zu diesem interessanten, jedoch sehr komplexen Thema? In diesem Artikel beschäftigen wir uns tiefgehend damit, wie Cannabiskonsum das Träumen und den Schlaf beeinflusst.
DIE 3 SCHLAFPHASENBevor wir uns genauer ansehen, wie Cannabiskonsum das Träumen beeinflusst, ist es wichtig, ein grundlegendes Verständnis vom normalen menschlichen Schlafzyklus zu bekommen.

Es gibt 3 Schlafphasen: Oberflächlichen Schlaf, Tiefschlaf und REM-Schlaf. Diese Phasen werden nochmals in 5 verschiedene, noch fundiertere Phasen unterteilt (1-4 und REM).




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einer Studie aus dem Jahre 1975, die in Clinical Pharmacology and Therapeutics (CPT), dem Vorzeige-Magazin der American Society for Clinical Pharmacology and Therapeutics, veröffentlicht wurde, wurde die Wirkung von THC und einem Placebo auf die Schlafmuster von erfahrenen Cannabis-Konsumenten untersucht.
Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass THC die Augenbewegung, sowie den REM-Schlaf bei den Konsumenten reduziert.
"Wenn man Cannabis raucht, unterdrückt man den REM-Schlaf und somit auch viele wichtige Funktionen des REM-Schlafes" sagt Dr. Hamburger
„Eine dieser Funktion ist es, die Dinge nochmals zu durchleben, die man erlebt hat, um sich mit ihnen abzufinden. Im REM-Schlaf verarbeitet man alle Arten psychologischer Einflüsse. Man stellt sich außerdem vor, was die nächsten Tage passieren könnte. Während man schläfst, zieht man diese Geschehnisse bereits in Betracht und trifft im Voraus Entscheidungen."
Wenn regelmäßige Cannabis-Konsumenten eine Zeit lang aufhören, Gras zu rauchen, erleben sie das, was Experten den "Rebound-Effekt" nennen.
Nachdem eine Droge ein bestimmtes Phänomen unterdrückt hat, ist es wahrscheinlich, dass Du dieses Phänomen viel intensiver wahrnimmst, wenn Du aufhörst die Droge zu nehmen. Dies passiert im Grunde, wenn Du aufhörst Gras zu rauchen und passiert auch Leuten, die Schlaftabletten nehmen.
„Wenn Menschen aufhören Schlaftabletten zu nehmen, erleben sie oft seltsame und intensive Träume. Das ist auch oft der Grund, warum viele Leute diese Schlaftabletten nehmen – sie werden von ihnen abhängig", sagt Hamburger. Der Rebound-Effekt hält ungefähr 2-3 Wochen an.
Auch wenn diese Erklärung logisch erscheint, glauben einige Experten nicht daran. Dr. Timothy Roehrs, ein Experte für Schlaf vom Henry Ford Health System, ist einer von ihnen.
„Die Literatur darüber, ob Marihuana den REM.Schlaf beeinflusst, ist extrem schwach und widersprüchlich", sagte er in einem Artikel im NY Mag. „ Manche Studien zeigten, dass es den REM-Schlaf unterdrückt und manche haben gezeigt, dass es nicht so ist"
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Roehrs behauptet, dass es nur 6 Studien über die Beziehung von Cannabis und Schlaf/Träumen gibt und die meisten stammen aus den 70er- und 80er-Jahren (wie auch die Studie, die bereits in diesem Artikel erwähnt wurde).
Er behauptet auch, dass er und eine Kollege der Wayne State University School of Medicine in einer anderen Studie, die sich nicht spezifisch auf die Beziehung zwischen Cannabis und Schlaf bezog, Nachweise fanden, die ganz klar der populären Meinung, dass Cannabis den REM-Schlaf unterdrücken würde, widersprochen haben.
„In der durchgeführten Studie wurde Marihuana morgens und nachmittags geraucht. An manchen Tagen war es richtiges Marihuana und an manchen Tagen war es ein Placebo mit 0.4% THC oder so" sagte er. Das Marihuana, das in der Studie benutzt wurde enthielt ungefähr 3% THC.
Die Teilnehmer der Studie waren regelmäßige Cannabis-Konsumenten und haben zwischen dem Placebo und Marihuana gewechselt. Die Forscher zeichneten ihre Schlafmuster auf und verglichen sie mit der nicht-rauchenden Kontrollgruppe.
Die Studie wurde noch nicht veröffentlicht, aber Roehrs behauptet es gab keinen Unterschied zwischen den Teilnehmern, die Cannabis und jenen, die den Placebo geraucht hatten. Außerdem behauptet er, dass die Teilnehmer die gleiche Menge REM-Schlaf aufwies, wie die Kontrollgruppe, die überhaupt nicht rauchte.
Allerdings sagt Roehrs, die Studie zeige, dass regelmäßige Cannabis-Konsumenten schlechter schliefen, wenn sie das Placebo-Gras erhielten, was darauf hindeutet, dass Cannabis-Konsum eine starke Wirkung auf die Schlafqualität hat.
"Während der 8 Stunden, die sie im Bett verbrachten, schliefen sie ca. 80% der Zeit", sagte er. „Wenn sie das normale Marihuana erhielten, normalisierte sich die Schlafeffizienz"
In dem Artikel des NY Mag sagte Roehrs, er arbeite an einer Studie über Schlaflosigkeit und suche nach Teilnehmern, die unter einer Schlafeffizienz-Rate von ungefähr 85% leiden.
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In anderen Worten, an den Tagen, an denen sie das Placebo-Gras erhielten, hätten sich die regelmäßigen Cannabis-Konsumenten für Roehrs' Studie über Schlaflosigkeit qualifiziert.
Roehrs glaubt, dass Cannabis den REM-Schlaf nicht unterdrückt. Er glaubt vielmehr, dass regelmäßige Konsumenten einen unterbrochenen Schlaf erleben, wenn sie aufhören zu rauchen. Dies sorgt dafür, dass sie nachts aufwachen und morgens lebhafte Erinnerungen an die Träume haben.
Dr. Hamburger und andere Experten stimmen darüber ein, dass wir uns nur an Träume erinnern, wenn wir während einer REM-Phase aufwachen.
Laut Roehrs ist es ein Irrglaube, dass die REM-Phase die tiefste Schlafphase ist.
„Wenn man die Erregungsschwelle misst, dann ist sie während des REM-Schlafes niedriger als im Tiefschlaf und ähnelt eher dem leichten Schlaf", sagt er.
Folglich ist es wahrscheinlich, dass wenn Cannabis-Konsumenten Entzugserscheinung erleben, die ihren Schlaf stören, sie häufig während ihrer REM-Schlafphase gestört werden und deshalb morgens mit stärkeren Erinnerungen an ihre Träume aufwachen.
"Genau das geschieht bei Alkoholikern" sagt Roehrs.
"Wenn sie Alkohol weglassen, wachen sie ständig auf, haben Unterbrechungen im Schlaf und berichten dann von intensiven Träumen. Deswegen könnte man hier Parallelen ziehen."
Es ist wichtig zu bedenken, dass Roehrs Studie noch nicht veröffentlicht wurde. Allerdings wird klar, wie wenig wir über die Beziehung von Cannabis und Träumen/Schlafen wissen und es macht deutlich, dass es großen Bedarf an mehr Forschung in diesem Gebiet gibt.
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