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Verbessere die Welt

Habe einen Namen

Im Internet verstecken sich viele Menschen gerne hinter einem Pseudonym.

Wenn es rechtlich möglich wär, dann würden viele sogar gerne mit einem Pseudonym bloggen – wegen der Impressumspflicht geht das aber nicht.

Ich bin kein Dating-Experte, aber wenn du dich bei deinem Date als „Meister Yedi“ vorstellst, dann bin ich mir sicher, dass das Treffen in die Hose geht – es sei denn du hast Glück und dein Gegenüber stempelt dich nicht als schizophren ab.

Benutze beim Kommentieren deshalb deinen echten Namen.

Und nein, bitte benutze nicht deine Domain als Name: „Harry von CoachingDeluxe.de“

Das wirkt spammy. Das sieht so aus als ob du deine Domain so oft wie möglich im Kommentar unterbringen willst.

Also lass das.

Mach es einfach: „Harry“.

Für die Domain gibt es ein eigenes Feld.

3. Streue keine Links

Links in Kommentaren sind wie Feuer: Sie können warm halten und Freude bringen, man kann sich an ihnen aber auch die Finger verbrennen.

Du solltest Links zu deinem Blog also sehr vorsichtig behandeln.

Mein Rat: Lass es.

Klar können sie vielleicht zur etwas zur Diskussion beisteuern, aber egal wie gut der Link ist, einen Eindruck hinterlässt es beim Blogger immer:

Der will nur seine Links streuen.

Vielleicht haben einige Leser diesen Eindruck auch. Es ist sehr schwer einen Link im Kommentar zu posten, ohne wie ein Spammer zu wirken. Und Spammer hinterlassen sofort einen unangenehmen Beigeschmack.

Vor allem solltest du solche Kommentare unterlassen wie: „Cool, ich habe auch etwas zu diesem Thema geschrieben [Link].“

Ernsthaft: Wen interessiert’s? Du reihst dich ein in die „Ich auch“-Schreier auf einem Flohmarkt. Du kannst froh sein, wenn der Blogger deinen Kommentar überhaupt frei schaltet.

Wenn du Interesse und Vertrauen wecken willst, dann lass das Streuen von Links im Kommentarfeld ganz sein.

Es gibt besser Arten, um Backlinks zu bekommen.

4. Stinke nicht

Selbstlob stinkt. Auch im Internet.

Manche Menschen lieben ihre eigene Stimme so sehr, dass sie dir 15 Minuten lang erzählen können, was sie gefrühstückt haben und wie zart die Butter auf ihrer Zunge zergangen war.

Leider sieht man Selbstlob auch in Blog-Kommentaren. Und zur Klarstellung: Selbstlob hat da nichts verloren.

So liest man immer wieder Kommentare wie:

  • „All diese Tipps setze ich schon seit Jahren um. Deshalb habe ich auch den führenden Blog in meiner Nische. Schaut mal vorbei, da könnt ihr etwas lernen.“
  • „Nichts Neues in diesem Post, mache ich alles schon seit Jahren.“
  • „Ach ja: Ich kann gut von meinen Blog-Einnahmen leben und habe erst gestern die Anzahlung für meinen Mercedes SLK geleistet.“

Mein Gedanke bei solchen Kommentaren: Schön für dich. Du bekommst einen Orden. Klopf dir dreimal auf die Schulter.

Ernsthaft: Halte dich mit Selbstlob in einem Kommentar zurück. Sonst bist du sofort unsympathisch.

Ach ja: Spott, destruktive Kritik und Sarkasmus stinken übrigens auch.

5. Lies den Artikel

Ja, das ist keine Selbstverständlichkeit.

Sehr oft sieht man dieses Phänomen bei Facebook, wo Menschen nur die Headline des Artikels sehen, aber bei Facebook schon fleißig Hasskommentare schreiben oder anderweitig ihren Senf dazugeben.

Wenn du nicht als Senfschleuder durchgehen willst, dann zeige mit deinem Kommentar, dass du den Artikel auch gelesen hast.

Schreibe also nicht: „Toller Artikel.“

Sondern: „Das Beispiel mit dem Senf fande ich toll. Das hat mir das Problem so gut vor Augen geführt.“

Siehst du den Unterschied?

Sei möglichst konkret und beziehe dich auf den Artikel – je konkreter, desto besser, denn dann kann man auch einen Dialog starten.

6. Zeige Anerkennung

Menschen lieben Anerkennung.

Und wenn du anderen Anerkennung schenkst, dann hat das einen wichtigen Effekt: Die Menschen lieben dich auch.

Stell dir mal deinen Freundeskreis vor und ein „Neuer“ kommt in die Runde. Er kritisiert jeden deiner Freunde, zählt kluge Fakten auf und gibt sich Mühe, in einem tollen Licht dazustehen.

Danach kommt ein zweiter Neuling in die Runde und er verteilt Lob. Er lobt aufrichtig die Schuhe deiner Freunde, ihr Lächeln und er interessiert sich für sie.

Welche Person findest du sympathischer?

Natürlich die zweite. Derjenige, der Anerkennung schenkt, bekommt auch von anderen Anerkennung.

Deshalb solltest du in deinen Kommentaren immer Anerkennung zeigen. Nein, du sollst dem anderen nicht in den Hintern kriechen oder schleimen, sondern ehrliches Lob aussprechen.

Als Merkhilfe: Beim Einschleimen sagst du dem Menschen, was er hören will. Beim Loben sagst du dem Menschen, was er nicht erwartet.

Dein Kommentar sollte also ein einfaches Element enthalten: Das Kompliment.

Das sage ich nicht, weil ich will, dass du mich in den Kommentaren lobst, sondern weil es sich so gehört. Komplimente sind die beste Art, um sich beliebt zu machen.

7. Erhöhe den Wert

Jetzt kommt die Krönung.

Der wichtigste Aspekt eines guten Kommentars ist, dass er Mehrwert bietet. Idealerweise sollte dein Kommentar also den Wert des Artikels erhöhen und nicht senken (wie es leider Spam-Kommentare tun).

Mehrwert kannst du in folgenden Varianten liefern:

  • Erzähle von persönlichen Erfahrungen – Häufig sieht man in einem Blogartikel nur die Erfahrungen einer Person. Wenn du deine Erfahrungen in die Diskussion einbringst, dann sehen Menschen, dass es auch bei anderen klappt oder dass man es auch anders machen kann. Ein guter Erfahrungsbericht führt bei Lesern zu dieser Reaktion: „Oh, er hatte das gleiche Problem wie ich. Ich schau mir mal seinen Blog an.“
  • Stelle sinnvolle Fragen – In deinen Kommentaren solltest du Fragen stellen, die sich andere vielleicht auch stellen – dann sehen andere Leser auch direkt die Antwort. Außerdem solltest du möglichst konkret und zielorientiert fragen. Eine schöne Frage ist immer: „Wie würdest du an Problem X herangehen? Ich komme da nicht weiter…“
  • Ergänze einen Punkt – Viele Blogger schreiben gerne List Posts mit einer festen Anzahl von Punkten. Wenn dir noch einer einfällt, dann wäre das perfekter Stoff für einen Kommentar. Aber bitte nicht gehässig oder mit dem großen Zeigefinger. Lege einfach deinen Tipp zusätzlich auf den Tisch. Wenn du Glück hast, dann ergänzt der Blogger sogar seinen Artikel um deinen Kommentar.

Verbessere die Welt

Im Internet gibt es genug Trolle und Spammer, die das Netz zu einem Ort machen, an dem man ungern unterwegs ist.

Wir können das ändern. Wir können bei uns selbst anfangen und Kommentare schreiben, die nicht spammy sind. Kommentare, die Mehrwert liefern. Kommentare, die ehrliche Anerkennung schenken und nicht vor Selbstlob strotzen.

Am Ende können nur alle gewinnen: Der Blogger bekommt mehr Kommentare. Du bekommst durch gute Kommentare mehr Aufmerksamkeit. Und ihr beide tretet in einen Dialog.

Was will man mehr?

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